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Landwirtschaft

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Der Beginn der Europaeischen Einigung in der Mitte des vorigen Jahrhunderts stiess vor allem bei den Landwirten auf heftige Kritik und Ablehnung.
Waehrend das Gewerbe und die Industrie die Vorteile rasch erkannten, befuerchteten die Agraroekonomen wesentliche Nachteile (vor allem von Beihilfen), den Verlust von tausenden von Arbeitsplaetzen und von baeuerlichen Betrieben.

Auch war die Landwirtschaft in den Mitgliedstaaten, vor allem in der BRD, nicht auf einen marktwirtschaftlichen Wettbewerb ausgerichtet. Die Preise fuer Agrarprodukte wurden seit Jahrzehnten staatlich stabilisiert und kuenstlich hochgehalten.

Daher wurden gerade im Bereich der Landwirtschaft beim europaeischen Einigungswerk, insbesondere im EG-Vertrag hinsichtlich des Gemeinsamen Marktes/Binnenmarktes, besonderen Regelungen getroffen, welche bis heute nachwirken und gelten. Insbesondere auch, um einen lebensfaehigen Bauernstand zu garantieren und die Strukturen der, vor allem durch Kleinbetriebe gepraegten Agrargemeinschaft, zu erhalten.

Entwicklung der GAP-Ausgaben


Auch die gemeinschaftlich festgelegten Ziele unterschieden und unterscheiden sich von der Zielrichtung her kaum von den nationalstaatlichen Vorgaben. Dies sind vor allem:

  • Steigerung der Produktivitaet der Landwirtschaft durch Foerderung des technischen Fortschritts, Rationalisierung und Verbesserung der Produktionsfaktoren
  • Stabilisierung der Maerkte
  • Sicherstellung der Versorgung
  • Angemmessene Verkaufspreise
  • Erhoehung des landwirtschaftlichen Pro-Kopf-Einkommens
  • Autarkie der Gemeinschaft durch ausreichende Selbstversorgung

Die besondere Foerderung der Landwirtschaft, vor allem der agrarindustriellen Produktion durch den »Mansholt«-Plan, schuf innerhalb kuerzester Zeit enorme Ueberschuesse am Markt. Die Preise fuer landwirtschaftliche Erzeugnisse konnten nur durch erhoehte Beihilfen durch die Gemeinschaft und Stuetzungskaeufe gehalten werden. Beruehmt wurden die »Milchseen«, »Butterberge«, »Tomatenhalden« »Getreideberge« etc. Lagerbestand an Getreide

Das Ergebnis dieser einseitigen produktionsoptimierten Foerderung war eine starre Subventionspolitik (gefoerdert wurde gezielt die Ueberschussproduktion). Diese bestand bis in die 1990er Jahre.

Diese kuenstliche Stuetzung fuehrte

  • zu einer wesentlichen Benachteiligung von Erzeugern ausserhalb der Gemeinschaft, vor allem aus weniger entwickelten Staaten durch internationale Wettbewerbsverzerrungen,
  • handelspolitischen Konflikten mit anderen entwickelten Industriestaaten (vor allem USA und Kanada),
  • zu hohen Ausgleichszahlungen an Bauern
  • Umweltproblemen
  • Infektionskrankheiten (z.B. BSE-Krise, epidemisches Auftreten von Schweinepest etc.)
  • zu einer exorbitanten Belastung des EG-Budget
  • und damit verbunden zu einem Verlust von Vertrauen in die bisherige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) durch den Verbraucher, Konsumenten und Steuer- bzw. Beihilfenzahler.

In den 70er Jahren wurde die Belastung selbst fuer die EG zu gross (bis zu 70% des EU-Budget war fuer die Landwirtschaft reserviert) und der urspruengliche Plan der agrarindustriellen Produktion mit Abnahmegarantien musste aufgegeben werden. Bei der Finanzierung wurde und wird vor allem der Ausrichtungs- und Garantiefonds fuer die Landwirtschaft in Anspruch genommen. Dieser wiederum nimmt einen grossen Teil des Gesamthaushalts der Europaeischen Union in Anspruch (derzeit ca. 50 Milliarden Euro jaehrlich).

Der Wandel trat mit Beginn der 90er Jahre ein. In der Folge wurden die Unterstuetzungen vor allem fuer die teuer und mit Ueberschuessen produzierenden landwirtschaftlichen Produkte langsam reduziert und Flaechen gezielt stillgelegt (nicht mehr bebaut und dafuer eine Praemie ausbezahlt). Die bisherigen Direktzahlungen wurden weitgehend von Betriebspraemien abgeloest.
Agrarerzeugnisse in der EU

Die neue Gemeinsame Agrarpolitik nach der Agenda 2000 sieht als zentrale Reform die Entkoppelung von einzelbetrieblicher Subvention und Produktion vor. Dies wird unterstuetzt durch:

  • Keine Unterstuetzung von Ueberproduktionen
  • Beihilfen fuer landwirtschaftliche Betriebe werden nunmehr an den Interessen der Verbraucher und den von der Oeffentlichkeit gesetzten Prioritaeten ausgerichtet
  • Marktorientierte und auch umweltfreundliche Produktion
  • Einhaltung von Qualitaets- und Umweltschutzstandards
  • Garantierung der Lebensmittelsicherheit
  • Tierschutz
  • Effiziente und nachhaltige Landwirtschaft
  • Eine Politik fuer einen langfristigen Erhalt und Entwicklung der laendlichen Raeume.

Das Budget konnte so in den letzten Jahren wesentlich entlastet werden (derzteit wird nicht mehr ganz die Haelfte des EU-Budgets fuer die Landwirtschaft aufgewendet). Im Vergleich zur Bedeutung der Wertschoepfung innerhalb der Gemeinschaft ist auch diese Budgetbelastung ausserhalb jeden Vergleichwertes und soll langsam weiter reduziert werden (geplant ist auf etwa ein Drittel).

Die Landwirtschaft wird auch weiterhin ein sehr wichtiger Faktor fuer die Europaeische Union sein. Die Haelfte der EU-Flaeche wird fuer die Landwirtschaft genuetzt. Die Schwerpunkte der Unterstuetzung jedoch werden sich weiter wandeln und vor allem eine umweltgerechte, artgerechte und trotzdem oekonomische Produktion betreffen.
Mit der Erweiterung der Union kamen zu den bereits bestehenden sieben Millionen Landwirten weitere vier Millionen hinzu. Die Agrarflaeche steigt von 130 auf 168 Millionen Hektar (+30%).




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Aktualisiert am 07.01.2007
Erstellt: 01.12.2004